Münchens städtisches Radlnetz umfasst rund 1.200 Kilometer. Beschilderte Routen verbinden die Innenstadt mit den Stadtteilen, und Tourenvorschläge führen ins Umland. Wie entspannt die Fahrt ist, hängt von der Strecke und der Verkehrslage ab.

Für kurze Wege und Ausflüge führen Routen durch Parks, an der Isar entlang und zu Zielen wie Schloss Blutenburg oder Schleißheim. Plane die Strecke vorab und prüfe Baustellen sowie die Rückfahrt. Radwege sind nicht immer vom Autoverkehr getrennt und nicht für jeden Fahrradtyp geeignet.

Münchens Radnetz planen

Viele städtische Routen beginnen am Marienplatz und führen sternförmig in die Stadtteile. Der Innere und der Äußere Radlring verbinden diese Strecken miteinander. Wegweiser helfen vor allem an größeren Kreuzungen und bei Richtungswechseln. Die Routenvorschläge verlaufen überwiegend abseits großer Hauptstraßen, doch einzelne Abschnitte können trotzdem durch Straßen mit Autoverkehr führen.

Der städtische Radlstadtplan zeigt Hauptrouten und weitere Wege. In der Online-Karte kannst du Adressen suchen und Strecken messen. Vergleiche die empfohlene Route dabei mit der Beschilderung vor Ort: Eine Kartenempfehlung hebt weder Einbahnstraßen noch andere Verkehrszeichen auf. Fahre also nur dann entgegen einer Einbahnstraße oder auf einem Gehweg, wenn die Beschilderung es ausdrücklich erlaubt.

Für die Planung in der Region bietet der MVV-Radroutenplaner drei Arten von Strecken: die schnellste, eine grüne und eine familienorientierte Route. Je nach Einstellung berücksichtigt die Suche auch den Fahrradtyp, Steigungen und Anschlüsse für Bike & Ride, also die Verbindung von Fahrrad und öffentlichem Verkehr. Die Bezeichnung der Route sagt aber nicht zuverlässig, in welchem Zustand die Wege sind oder ob sie durchgehend vom Autoverkehr getrennt verlaufen.

Kiesufer und Spazierweg an der Isar. (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Radtouren durch München

Für eine erste Freizeitfahrt eignen sich die städtischen Tourenvorschläge. Sie führen zu Parks, Sehenswürdigkeiten und Zielen am Stadtrand. Drei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Strecken ausfallen:

  • Vom Olympiapark bis Schloss Blutenburg sind es laut Stadt etwa 10 Kilometer. Bis zum Hirschgarten nennt die Tourenbeschreibung rund 16 Kilometer. Die Kilometerangaben gelten für die jeweilige Strecke und schließen den Rückweg nicht automatisch ein.
  • Eine Route zwischen Englischem Garten und Flaucher führt an Abschnitten der Isar und an Sehenswürdigkeiten wie dem Friedensengel, dem Maximilianeum und dem Deutschen Museum vorbei.
  • Die Strecke von der Residenz nach Schleißheim ist mit etwa 14 Kilometern angegeben.

Auch Touren entlang der Isar, zu Schlössern und Seen sowie der M-Wasserweg in Richtung Tegernsee bieten sich an. Prüfe vor der Abfahrt, ob die gewählte Strecke für dein Fahrrad passt und ob Bauarbeiten oder Sperrungen den Weg verändern. Bei einer Fahrt an den Stadtrand lohnt sich außerdem ein Blick auf die Rückfahrt, besonders wenn du nicht dieselbe Strecke zurücknehmen möchtest.

Radtouren ins Münchner Umland

Vom Münchner Stadtgebiet führen Routenvorschläge unter anderem nach Dachau, Erding, Starnberg, Herrsching, Garching und Unterschleißheim. Der MVV-Radroutenplaner zeigt außerdem Touren am Ammersee, im Fünf-Seen-Land und entlang der Amper. Die angezeigte Verbindung ist ein Planungsvorschlag. Prüfe vor dem Start, wie lang die Strecke ist, wie die Wege beschaffen sind und ob sie aktuell befahrbar sind.

Im Münchner Radnetz sind auch überregionale Wege ausgeschildert, darunter der Isar-, Mangfall- und Ammerseeradweg, der Panoramaweg Isar-Inn und die Deutschland-Route D 11. Bayernweit umfasst das Radfernwegenetz nach Angaben des Freistaats rund 125 Wege. Die Zahl gilt für ganz Bayern. Sie sagt nicht, wie viele dieser Wege direkt bei München verlaufen.

Bei den Radschnellverbindungen ins Umland solltest du zwischen fertigen Abschnitten und geplanten Strecken unterscheiden. Für die Verbindung Richtung Garching und Unterschleißheim nennt die Stadt einen fertiggestellten Abschnitt von 600 Metern am Maximiliansplatz. Die gesamte Strecke im Stadtgebiet ist mit 9,1 Kilometern angegeben und befindet sich laut städtischem Projektstand in Planung beziehungsweise Bau. Der gesamte Weg ist also noch nicht durchgehend als Radschnellweg befahrbar.

Verkehr beim Radfahren in München

Auch mit dem großen Radnetz verläuft nicht jede Fahrt entspannt. Im ADFC-Fahrradklima-Test 2024 sagten 72 Prozent der befragten Münchner Teilnehmenden, dass sie sich beim Radfahren in der Stadt nicht sicher fühlten. 88 Prozent kritisierten die Breite der Radwege, und 84 Prozent bemängelten zu knappe Überholabstände durch Kraftfahrzeuge. Auch Falschparken auf Radwegen, Ampelschaltungen und Baustellenführungen gehörten zu den häufig genannten Problemen.

Der Test erfasst persönliche Einschätzungen und ist laut ADFC statistisch nicht repräsentativ. Er misst daher nicht das Sicherheitsrisiko jeder einzelnen Straße und bildet auch nicht die Meinung aller Münchner Radfahrenden ab. Zugleich bewerteten 78 Prozent die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung positiv; 68 Prozent äußerten sich positiv zum Leihradangebot. Die Befragten bewerteten Erreichbarkeit und Leihradangebot positiv, kritisierten aber auch Platz und Verkehrsführung.

Wenn eine Strecke über stark befahrene Straßen oder unübersichtliche Baustellen führt, prüfe eine ruhigere Alternative im Radlstadtplan oder im MVV-Radroutenplaner. Fahre an Engstellen vorausschauend und rechne mit parkenden Fahrzeugen sowie wechselnden Wegführungen. Beim Überholen müssen Kraftfahrzeuge innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens 2 Meter Abstand zu Radfahrenden halten.

Bahnsteig mit einer Nahverkehrsbahn. (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Verkehrsregeln beachten

Fahre auf dem Radweg in deiner Richtung, wenn ein Verkehrsschild das vorschreibt. Entscheidend ist die Beschilderung an der konkreten Stelle. Auf Fahrradstraßen gilt grundsätzlich Tempo 30; anderer Fahrzeugverkehr darf dort nur fahren, wenn Zusatzzeichen ihn freigeben.

In der Altstadt-Fußgängerzone und der Sendlinger Straße gelten örtliche Regeln. Am Viktualienmarkt und in der nördlichen Residenzstraße gelten zusätzliche Vorgaben. Achte deshalb auf die Schilder, statt von einer allgemeinen Freigabe auszugehen.