Für eine Bewerbung in Deutschland richtest du deine Unterlagen nach der Stellenanzeige und den Vorgaben des Arbeitgebers. Meist gehören Anschreiben, Lebenslauf und passende Zeugnisse oder Qualifikationsnachweise dazu. Welche weiteren Unterlagen nötig sind und ob du dich per E-Mail oder Online-Portal bewirbst, steht in der Anzeige oder auf der Karriereseite.
Einen einheitlichen Bewerbungsstil für alle Bundesländer gibt es nicht. Die grundlegenden Unterlagen sind bundesweit ähnlich. Unterschiede hängen vor allem vom Arbeitgeber, der Branche und den Stellenangeboten vor Ort ab. Für manche Berufe gelten außerdem Vorschriften des jeweiligen Bundeslands.
Anzeige und Frist prüfen
Lies die Stellenanzeige vollständig, bevor du deine Bewerbung zusammenstellst. Markiere die geforderten Kenntnisse und Aufgaben und prüfe, welche Nachweise der Arbeitgeber verlangt. Achte auch auf die Bewerbungsfrist, eine mögliche Ansprechperson und den vorgeschriebenen Bewerbungsweg. Wenn ein Portal bestimmte Dateiformate oder Upload-Felder vorgibt, halte dich daran.
Manche Arbeitgeber verlangen zusätzliche Unterlagen wie Arbeitsproben oder ein Motivationsschreiben. Füge solche Dokumente gezielt bei, wenn die Anzeige sie nennt oder sie deine Eignung für die Stelle belegen. Arbeitsproben kommen zum Beispiel in kreativen, wissenschaftlichen und journalistischen Berufen vor. Ein Deckblatt oder ein Anlagenverzeichnis gehört dagegen nicht automatisch zu jeder Bewerbung.

Anschreiben und Lebenslauf erstellen
Im Anschreiben erklärst du, warum du dich für die konkrete Stelle eignest. Beziehe dich auf Anforderungen aus der Anzeige und stütze deine Aussagen mit passenden Beispielen: Wenn der Arbeitgeber Erfahrung mit Kundenkontakt verlangt, beschreibe kurz, wo du diese Erfahrung gesammelt hast. Prüfe außerdem, ob die Anzeige eine bestimmte Kontaktperson nennt. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt als Richtwert höchstens eine DIN-A4-Seite. Das ist keine allgemeine gesetzliche Vorgabe.
Gestalte den Lebenslauf tabellarisch und übersichtlich. Führe die jüngsten Stationen zuerst auf, damit der Arbeitgeber deinen aktuellen Werdegang schnell erkennt. Die Bundesagentur für Arbeit nennt zwei DIN-A4-Seiten als Richtwert. Für jede Bewerbung ist das keine verbindliche Obergrenze. Passe die Beschreibung deiner Aufgaben und Kenntnisse an die Stelle an, ohne Erfahrungen größer darzustellen, als sie waren.
Typische Unterlagen sind:
- ein Anschreiben, das auf die Stelle abgestimmt ist
- ein tabellarischer Lebenslauf
- relevante Zeugnisse und Nachweise, etwa zu Ausbildung oder Qualifikationen
Wähle Zeugnisse passend zur Stelle aus. Bei Berufserfahrung sind etwa Nachweise zu einschlägigen Tätigkeiten hilfreicher als eine große Sammlung thematisch unpassender Dokumente.
Foto und persönliche Angaben
Ein Bewerbungsfoto ist freiwillig. Manche Arbeitgeber oder Branchen verwenden es weiterhin häufig, andere erwarten es nicht. Auch anonymisierte Bewerbungsverfahren kommen vor: Dabei fehlen im Lebenslauf zum Beispiel Foto und bestimmte persönliche Angaben. Folge in diesem Fall den Vorgaben des Arbeitgebers.
Es gibt keine verlässliche allgemeine Angabe dazu, wie viele Arbeitgeber ein Foto erwarten oder wie stark ein Foto die Chancen auf eine Einladung beeinflusst. Richte dich deshalb nach der Anzeige und dem Bewerbungsportal. Wenn dort kein Foto verlangt wird, musst du keines beilegen.
Dateien und Versand prüfen
Bei einer Bewerbung per E-Mail eignen sich PDF-Dateien, sofern der Arbeitgeber nichts anderes vorgibt. Für Bewerbungen über ein Portal gelten dessen Upload-Regeln. Kontrolliere nach dem Hochladen, ob die Dateien lesbar sind und im richtigen Feld liegen. Vergib klare Dateinamen, damit Anschreiben, Lebenslauf und Nachweise leicht zuzuordnen sind.
Lies alle Dokumente vor dem Versand noch einmal durch oder bitte eine andere Person darum. Prüfe Namen und Kontaktdaten. Achte außerdem auf Datumsangaben und darauf, dass Anschreiben und Lebenslauf übereinstimmen. So entdeckst du Fehler, die beim Übertragen oder Überarbeiten entstanden sind.

Stellen vor Ort suchen
Für die Suche lohnt sich eine Kombination aus bundesweiten, regionalen und branchenspezifischen Stellenportalen. Die Bundesagentur für Arbeit weist auf eine große Zahl unterschiedlicher Jobportale hin; kein einzelnes Portal enthält alle Stellen. Schau deshalb zusätzlich auf den Karriereseiten interessanter Arbeitgeber nach offenen Positionen.
Die regionale Suche hilft dir, Arbeitgeber und Stellen an deinem gewünschten Arbeitsort zu finden. Allgemeine Bewerbungskonventionen hängen nicht allein vom Bundesland ab. Prüfe stattdessen die Anforderungen der einzelnen Anzeige und des konkreten Arbeitgebers. Für Unterstützung vor Ort kannst du dich bei deiner Agentur für Arbeit nach Angeboten zur Berufsberatung und Bewerbungshilfe erkundigen.
Ausländischen Berufsabschluss anerkennen
Wenn du einen ausländischen Berufsabschluss hast, prüfe vor der Bewerbung, ob dein Beruf reglementiert ist. Das bedeutet, dass du für die Berufsausübung eine behördliche Anerkennung oder Zulassung brauchst. Bei nicht reglementierten Berufen ist eine solche Anerkennung in der Regel keine Voraussetzung. Prüfe trotzdem, welche Nachweise der Arbeitgeber verlangt.
Bei manchen Berufen gelten landesrechtliche Vorschriften. Dazu zählen beispielsweise Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher. Auch bestimmte Tätigkeiten in Architektur und Ingenieurwesen fallen darunter. Eine Anerkennung für einen landesrechtlich geregelten Beruf kann auf das Bundesland beschränkt sein, in dem sie erteilt wurde. Kläre daher die zuständige Stelle für deinen Beruf und den Ort, an dem du arbeiten willst. Diese Prüfung betrifft bestimmte Berufe und ist kein allgemeiner Schritt für jede Bewerbung.
Bewerbung im öffentlichen Dienst
Bei Behörden und öffentlichen Einrichtungen solltest du Fristen früh prüfen. Für Ausbildungen und duale Studiengänge im öffentlichen Dienst beginnt die Bewerbung häufig ungefähr ein Jahr vor dem Start. Das gilt nicht automatisch für jede Stelle im öffentlichen Dienst und lässt sich nicht auf private Arbeitgeber übertragen.
Nach der Bewerbung können Auswahltests oder Gespräche folgen; auch ein Assessment-Center ist möglich. Bei körperlich anspruchsvollen Berufen kommen gegebenenfalls Sporttests oder medizinische Untersuchungen hinzu. Lies die Ausschreibung daher genau und plane genug Zeit für alle Schritte im Auswahlverfahren ein. Die Dauer einer Ausbildung im öffentlichen Dienst hängt von Beruf und Bundesland ab; die Bundesagentur für Arbeit nennt dafür zwei bis dreieinhalb Jahre.
Vorstellungsgespräch vorbereiten
Informiere dich über den Arbeitgeber und die Aufgaben der Stelle. Überlege, welche Erfahrungen aus deinem Lebenslauf zu den Anforderungen passen, und bereite konkrete Beispiele vor. Wenn in der Anzeige etwa selbstständiges Arbeiten gefragt ist, kannst du eine Situation schildern, in der du eine Aufgabe eigenständig geplant und abgeschlossen hast.
Mach dich außerdem mit deinen eigenen Unterlagen vertraut. Im Gespräch solltest du erklären können, wie deine bisherigen Stationen zu deiner Bewerbung passen. Übe deine Antworten laut, damit du klar und konkret formulierst, ohne sie auswendig aufzusagen.


