Weihnachtsessen Bayern

Christkindlabendessen Bayern

Genau das ernähren sich die bayerischen Bauernvertreter. Traditionen spielen oft eine wichtige Rolle bei der Wahl des Weihnachtsessens. Ist der Weihnachtsmann in Finnland zu Hause, dann ist Weihnachten in Bayern zu Hause. Ein Weihnachtsessen für Feinschmecker für die Firmen-Weihnachtsfeier in Bad Bayersoien. Mit welchen Gerichten wird in Bayern traditionell zu Weihnachten gekocht?

Was die Bayern am Heiligabend essen: Weihnachtsgans und -wurst mit Pflanzensalat

Muenchen - Das Weihnachtsfest ist ein Festmahl fuer die Sinnen. Die Bayern haben Tradition in der Lebensmittelauswahl - das beweist ein Einblick in die vergangenen Jahrtausende. Weihnachtsfeste sind keine Neuerung der Zeit. Gewisse Lebensmittel mussten auf den Teller gestellt werden, denn sie hatten jeweils eine gewisse Schutz- und Zauberkraft: Fische hatten eine Sühnungsfunktion, anschwellende Lebensmittel wie Linsen der Bohne sollten den Reichtum sichern.

Auch bei den ausgedehnten Festen, als sie anfingen, die Geburt Christi zu zelebrieren, haben die Gläubigen nichts verändert. Ende des 11. Jh. berichtete der Historiker Adam von Bremen über ein Weihnachtsfest, bei dem die Pfarrer nicht einmal zu Wort kommen konnten, weil "lautes Becherton und Singen alles andere übertönt haben". "Außerdem muss man wissen, dass das Weihnachtsfest zuerst nur in der Gemeinde begangen wurde", sagt der Religionsforscher Manfred Becker-Huberti.

"Es dauerte bis ins neunzehnte Jh., bis sich das Geburtsfest Christi zu einem ruhigeren Fest der Gastfamilie ausbreitete. " Die Menschen feierten und aßen zu Haus. Bei uns in Bayern ist es seit vielen Jahrhunderten üblich, ein Wildschwein in der Sommernacht vom 16. bis 22. Oktober zu Schlachthöfen zu bringen. "â??Nach der Weihnachtsmesse veranstaltete nahezu jeder Hausstand ein SchlÃ?ftungsfest, das fÃ?r die ganze Gastfamilie das höchste Schlachtfest des Monats warâ??, schriebt Marianne Mehling in ihrem Heft "The Most Beautiful Christmas Customs".

Geschenke für die Bedürftigen bei der Geburt Christi waren im Hochmittelalter zur Norm geworden. Allmählich habe die Städtegesellschaft auch die Gebräuche der bäuerlichen Gemeinschaft übernommen, sagt die Folkloristin Annegret Braun. "Die Überlieferung, dass zu Weihnachtszeiten noch Würstchen gefressen werden, lässt sich ebenfalls darauf zurückführen. "Der Schweinebraten hingegen wird heute nur noch als Ausnahme von der Regelung serviert.

Der Zollforscher Becker-Huberti hält die Erzählung über den weihnachtlichen Braten von Queen Elizabeth I. für am wahrscheinlichsten: Der Herrscher soll gerade eine Gusseisen gegessen haben, als sie 1588 die Meldung erhielt, dass die Spanierin besiegt worden sei. "Vor lauter Freuden über den Erfolg und als Signal für gute Vorzeichen erklärte sie die Goose dann zum Weihnachtsbraten", sagt Becker-Huberti.

Eine neue Entwicklung im Bereich der Ernährung begann erst gegen Ende des zwanzigsten Jahrhundert - "obwohl die meisten Menschen bei Weihnachtsessen immer noch dazu neigen, die Tradition zu bewahren", sagt Becker-Huberti. "Gansbraten und Würstchen sind nie aus der Mode geraten. "Der Weihnachtsfisch dagegen ist eine neuere Entwicklung. "â??Unsere Ahnen haben die KÃ?nstlerei mit dem Fischen verbundenâ??, sagt Annegret Braun.

Lediglich noch wenige Exemplare (meist blaue, mit Petersiliekartoffeln serviert) sind auf der Karte zu finden. Die Tatsache, dass es während der Weihnachtstage für die Population Bonbons gab, ist ebenfalls verhältnismäßig auffällig. "â??Die einfachen Menschen genossen Ãpfel und NÃ?sse, nur die stÃ?dtische Bevölkerung kennt Bonbonsâ??, sagt Braun. "Heute steht den Menschen zu Weihnachtsfeiertagen eine fast unbegrenzte Auswahl an Speisen zur Auswahl.

Dazu Annegret Braun: "Dadurch wurden die Menschen während des Weihnachtsessens gestalterischer. "Die erste Welle der Reisen in den 1950er und 1960er Jahren spiegelte sich auch auf der Weihnachtskarte wider: "Es wurde als Weltoffenheit angesehen, am Heiligen Abend Shashlik zu servieren", erzählt die Münchener Kochbuchautorin Hedwig Maria Stuber, 90, die seit 60 Jahren die Kochgewohnheiten der Bundesbürger untersucht.

Die Esskultur hat bis heute Bestand. Dafür hat Annegret Braun eine simple Erklärung: "Viele wollen den Heiligen Abend nicht betonen. Deshalb werden entweder die herkömmlichen Würstchen mit Klappersalat oder Kohl auf dem Teller serviert oder gemeinsame Gerichte wie Fondue und Raclette. Bei der Zubereitung der Gerichte wird auf die Qualität geachtet. "Es ist jedoch veraltet, zu den Weihnachtsfeiertagen auf teures, repräsentatives Essen zurÃ?

"Nach den üppigen 1980er und 1990er Jahren ist das Weihnachtsfest wieder auf ein normales Niveau zurückgekehrt. "Die Menschen von heute suchen nach guten, aber nicht unbedingt teuren Lebensmitteln", sagt Becker-Huberti. "â??Es macht zu Weihnachtsfeiertagen keinen Sinn, jemandestadt in der KÃ?che zu haben, der sich stundenlang durcharbeitet.

"Weil es sich bei der Weihnachtszeit eindeutig um eine familiäre Zeit handelt. Sagt er: "Zu den Weihnachtsfeiertagen möchte ich vor allem Zeit für die Fam. haben. "Ein Glückwunsch, den die meisten Menschen zu Weihnachtsfeiertagen haben - neben einem schönen Dinner.

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